ADFC spricht von Trostpflaster

(13.02.2012) Nachdem Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer (CSU) den Einsatz von zusätzlich einer Milliarde Euro für den Verkehrsinfrastrukturhaushalt im Jahr 2012 ankündigte, bezieht der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in seiner Pressemitteilung Stellung, worin er bedauert, dass vom zusätzlich freigegebenen Budget lediglich 13 Millionen Euro auf den Radwegebau an Bundesstraßen entfallen.

Die 13 Millionen Euro sind nach Meinung des ADFC-Bundesvorsitzenden Ulrich Syberg zwar erfreulich, doch lediglich ein „Trostpflaster“. Hintergrund dieser Aussage ist die Kürzung der finanziellen Mittel im Radwegebau-Sektor von 80 auf 60 Millionen Euro, die Ende 2011 beschlossen wurde.
„Die zusätzlich bewilligten 13 Millionen, die unseres Wissens übrigens auf zwei Jahre verteilt werden, gleichen diese Kürzung aber bei weitem nicht aus. Die Milliarde für die anderen Verkehrsträger ist zusätzlich bewilligt worden. Beim Radverkehr hingegen wurde eine Kürzung lediglich teilweise ausgeglichen.“

Laut Angaben des ADFC werden in Deutschland derzeit zehn Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt.
„Angemessen wäre daher, wenn von den bereitgestellten zusätzlichen Geldern 100 Millionen Euro dem Radverkehr zugutekämen“, so Syberg abschließend.

Wie und wo das Geld letztlich eingesetzt wird, ist Ländersache. Die Höhe der Finanzspritze orientiert sich unter anderem an deren Größe. Stadtstaaten werden aufgrund mangelnder außerörtlicher Bundesstraßen nicht vom Bund berücksichtigt.